Regensburger Geschichte

Avatar of Michael Michael - 15. September 2018 - Generelles, BarCamp Regensburg

Regensburg blickt auf fast 2500 Jahre oft bewegte Geschichte zurück. Als Teilnehmer des BarCamps werdet ihr wahrscheinlich am Samstag Abend in den Genuss einer Erlebnis-Stadtführung kommen, die euch einen kleinen Teil dieser Geschichte näher bringt. 

Damit ihr aber auch vom Rest eine kleine Ahnung habt, hier ein kleiner Überblick um euch das Lesen des Wikipedia-Artikels über das schöne Regensburg zu ersparen. ;) 

Seit 2006 gehört Regensburg mit Stadtamhof übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe und gehört zu einer der ältesten Städte Deutschlands.

Römerzeit

Etwa um 79 nach Christus wurde von den Römern im Bereich des heutigen Stadtteils Kumpfmühl ein Kohortenlager errichtet. Um den in diesem Bereich an der Donau verlaufenden römischen Grenzwall Limes zu sichern entstand etwa 175 nach Christus wurde unter Marc Aurel das Legionslager Castra Regina, was übersetzt so viel bedeutet wie "Lager am Regen", hat also nichts mit einer Königin zu tun. ;)

Stationiert war in Regensburg die III. italienische Legion, etwa 6000 Mann unter Waffen. Damit war Regensburg militärischer Hauptstützpunkt der Provinz Raetia, nicht jedoch Provinzhauptstadt, was für das römische Verwaltungssystem eine Ausnahme darstellt.

Das Legionslager wurde im fünften Jahrhundert aufgegeben und danach nur noch von Zivilisten besiedelt. 

Bajuwaren, Franken und andere

Nach den Römern kamen die Bajuwaren und machten Regensburg zum Herzogssitz. Auch änderte sich der Name der Stadt. Aus Castra Regina wurde Radaspona, der Name, der abgewandelt in anderen Ländern immer noch Verwendung findet. So nennen die Franzosen Regensburg noch heute "Ratisbonne", die Italiener "Ratisbona".

Im Jahre 739 wurden von Herzog Odilo die bairischen Bistümer Freising, Passau, Salzburg und Regensburg kirchenrechtlich gegründet. Regensburg hatte diesen Status allerdings schon länger und zählt damit zu den ältesten Bistümern Deutschlands.

Auch in den weiteren Jahrhunderten blieb Regensburg eine wichtige Stadt in der Region. Aus dieser Zeit stammen etliche Sagen der Stadt. Unter anderem die Dollinger-Sage, die in Ihrem Inhalt stark an die biblische Geschichte von David & Goliath erinnert. 

Das wohl berühmteste und bekannteste Bauwerk aus der Zeit bis zum 12. Jahrhundert ist die Steinerne Brücke, die von 1135 bis 1146 erbaut wurde. Als einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien war bescherte Sie Regensburg einen florierenden Handel und Reichtum. Auch über Sie gibt es einige Sagen und Geschichten, die ich euch gerne auf dem BarCamp zum Besten gebe. 

In den Jahren 1147 und 1189 einer der Aufbruchorte für den zweiten und dritten Kreuzzug. WOhl wahrscheinlich auch wegen des strategisch günstigen Donauübergangs. 

Freie Stadt und Reichsstadt

Im 12. Jahrhundert wurde Regensburg zur freien Stadt und unterstand damit nicht mehr dem Herzog von Bayern. 1260 begann die Stadt mit dem Bau des Regensburger Doms, der neben der Steinernen Brücke das Wahrzeichen Regensburgs ist. 

Eine der vielen Regensburger Sagen erzählt von einem Wettstreit zwischen dem Baumeister des Doms und dem der Steinernen Brücke. Da beide Wahrzeichen in einem zeitlichen Abstand von gut 100 Jahren erbaut wurden, ist klar, dass es sich hier nur um eine "urban legend" handeln kann. :)

Der Status als freie Stadt brachte Regensburg aber nicht nur Freiheiten, sondern auch Konflikte mit dem Bischof und dem Umliegenden Herzogtum Bayern und dadurch wirtschaftliche Probleme. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnten auch die Zölle nicht lösen, die man sogar entrichten musste, falls man Waren aus der bayrischen Stadt Stadtamhof über die Steinerne Brücke nach Regensburg brachte. So kam es um 1485 dazu, dass Regensburg sich wieder dem Herzogstum Bayern-München anschloss und damit den Status als freie Stadt verlor und ab dann nur noch eine gewöhnliche  Reichsstadt war. 

Die folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte waren voller Gewalt. So fällt in diesen Zeitraum neben der Vertreibung der Juden aus Regensburg und auch zwischen Katholiken und Protestanten gab es Konflikte wie im Rest des heutigen Deutschland. Auch der Dreißigjährige Krieg ging nicht spurlos an Regensburg vorüber. 1633 eroberten die Schweden Regensburg um es nur ein Jahr später wieder vor den anrückenden bayerischen Truppen zu räumen.

Regensburg als Zentrum des Reichs

Von 1663 an war Regensburg für 140 Jahre der Austragungsort des immerwährenden Reichstags. Zuvor wurden die Reichstage in wechselnden Städten, darunter auch Regensburg abgehalten. 1663 wurde dieser nicht mehr, wie zuvor aufgelöst und Regensburg quasi das politische Zentrum des Heiligen Römischen Reichs. Der Reichstag tagte im Rathaus. Der entsprechende Saal kann besichtigt werden. Dort fand man auch einen mit grünem Samt bespannten Tisch. Angeblich geht auf die Entscheidungen, die hier getroffen wurden, die Redewendung "etwas am grünen Tisch entscheiden" zurück.

Am Reichstag waren nicht nur die deutschen Fürsten beteiligt, sondern auch Gesandte aus ganz Europa. Der Kaiser ließ sich wie die meisten Teilnehmer vertreten. Einer dieser Vertreter war Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis, der für diese ehrenvolle Aufgabe 1748 von Frankfurt nach Regensburg zog und damit Regensburg die bis heute in der Boulevard-Presse vertretene Familie von Thurn und Taxis zu einem Teil Regensburgs machte.

Obwohl sich das alles sehr schillernd und lukrativ anhört, war der Immerwährende Reichstag für die Stadt finanziell eher eine Last als eine Bereicherung. Als 1800 die französischen Truppen unter Napoleon besetzten und der Stadt hohe Strafzahlungen auferlegten ruinierten dies die Stadtfinanzen quasi endgültig.

Napoleonische Kriege und die Zeit bis 1933

Regensburg war auf Grund der strategischen Lage auch in den Kriegen gegen Napoleon ein strategisches Ziel. Die Stadt wechselte mehrfach den Besitzer. Auf einer Erhöhung im Regensburger Stadt-Osten findet man einen Stein, auf dem eine Plakette angebracht ist. Es wird behauptet, dass Napoleon bei der Erstürmung von Regensburg das einzige Mal verwundet wurde und danach von diesem Stein aus die Schlacht um die Stadt verfolgte. 

Ob dies die einzige Verwundung von Napoleon Bonaparte ist, kann allerdings angezweifelt werden. Die Legende reicht jedoch aus, um der nahe gelegenen Schule und dem nahen Kindergarten den Namen "am Napoleonstein" zu verpassen.

In der Folgezeit brachte die Lage an der Donau Regensburg wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es entstand ein Ölhafen und das Stadtgebiet wurde um einige angrenzende Orte, darunter Stadtamhof erweitert.

Regensburg, der Nationalsozialismus und die Folgen

Wie auch in anderen deutschen Städten, so war auch in Regensburg die Zeit des Nationalsozialismus eine Zeit voller Verbrechen. Neben den Progromen gegen die Juden kann man hier insbesondere das Aussenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg im Coloseum in Stadtamhof zählen. Noch heute befasst man sich in Regensburg mit der Aufarbeitung dieser Zeit, so gibt es unter anderem eine Arbeitsgruppe der Stadt, die sich mit den aus dieser Zeit stammenden Straßennamen befasst. 

Die Kriegsschäden in der Stadt hielten sich zum Glück in Grenzen. Obwohl im Westen von Regensburg und im nahe gelegenen Obertraubling Werke des Flugzeugherstellers Messerschmitt ansässig waren, wurde in der Innenstadt nur wenig Bausubstanz beschädigt. Die Bombardierung erfolgte zu einem großen Teil durch amerikanische Bomber und mit viel Glück lagen nur wenige Treffer außerhalb der eigentlichen Ziele. Betroffen waren neben den Flugzeugfabriken vor allem der Bahnhof und der Hafen im Osten der Stadt. Sogar das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, welches sich in unmittelbarer Nähe zum Messerschmitt-Werk befand wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Regensburg heute

Heute ist Regensburg eine schöne Stadt, die nicht nur vom Tourismus lebt. Neben BMW im Stadtteil Harting gibt es viele namhafte Arbeitgeber. Dazu gehören neben der Firma Krones im nahe gelegenen Neutraubling auch OSRAM, Infineon und Continental auf dem Stadtgebiet.

Zudem ist Regensburg in Ostbayern der bedeutenste Hochschulstandort in der Region und versucht sich zunehmend darin, sich als Standort für Zukunftstechnologien zu etablieren.